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Szigetvár - Die Burg Zrínyi

 

    Ende des XIV. Jahrhunderts hatte man damit begonnen, in den Überschwemmungsgebeiten des Baches Almás die Grundmauern der Burg von Szigetvár zu errichten. Mehrere Besitzer und die Renovierungen nach den Belagerungen gaben der Burg gegen Ende des XIX. Jahrhunderts ihre heutige Form.

 

    In die ungarischen Geschihtsbücher eingegangen ist die Belagerung von 1566, als Sultan Suleiman mit seinem Heer von hundert Tausend Mann gegen Wien zog, und dem damaligen Burgkapitän, Mikós Zrínyi, dem Banus von Kroatien, vor den Mauern der Burg zum Stehen gebracht wurde. Zrínyi verteidigte die Burg mit 2500 Soldaten, aber nachdem die äußere Festung nach pausenlosen Angriffen aufgegeben worden war, zog er sich mit den restlichen 200 Soldaten in die innere Burg zurück. Am 5. September verstarb Suleiman, was jedoch weder die Angreifer, noch die Vertreidiger der Burg wussten. Zwei Tage später brachen Zrínyi und die übriggebliebenen Soldaten aus, da sie die brennende Burg nicht länger halten konnten, und wurden bis auf fünf Soldaten von den Türken niedergemetzelt.

 

Kunstdenkmäler

 

Nach dem Fall der Burg wechte 122 Jahre lang das türkische Banner über der Stadt. Diese Periode hat zahlreichte türkische Baudenkmäler hinterlassen. Eines davon ist die Suleiman Moschee (Dschami) mit dem fragmentarischen Minarett in der Mitte eines der Burghöfe, in der sich die nach Mekka ausgerichtete Gebetsnische (Mirhab) und Reste arabisch-türkischer Aufschriften an den Wänden befinden.

 

Einzigartig in Ungarn ist das Gebäude der Karawanserei, die nach Ansicht einiger Forscher zu der damaligen Zeit dem Gastgewerbe diente, andere meinen, es habe sich um eine Schule gehandelt. Dsa Gebäude hat sich bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten, im Erdgeschloss befindet sich eine Ausstellung mit Miniaturen, und im Keller kann man zeitgenössische Waffen sehen.

 

Im Zentrum der Stadt befindet sich die Moschee des Pascha Ali, die später zu einer römisch-katholischen Pfarrkirche umgestaltet wurde. In der Kirche sieht man das 1788 beendete Fresko des berühmten Malers István Dorffmeister, in de mer den Fall der Burg und die Rückeroberung der Stadt darstellt.

 

Im benachbarten Turbék stand früher ein türkisches Mausoleum, in dem man der mündlichen Überlieferung nach das Herz und die inneren Organe Suleimans bestattet hatte. Als die Stadt zurück erobert wurde, wurde das Mausoleum zerstört und an dessen Stelle eine Barockkirche errichtet. Bis Mitte des vergangen Jahrhunderts war diese Kirche ein bedeutender Wallfahrtsort.

 

Szigetvár hat einige denkmalgeschützte Gebäude, wie zum Beispiel die aus einer türkischen Moschee entstandene Franziskanerkirche mit dem Klostergebäude in Zárda Strasse, oder das barocke Wohnhaus in der Dózsa György Strasse, sowie das romantische Wohnhaus in der Szabadság Strasse, und das klassizistische Haus mit dem Zeltdach in der Széchenyi Strasse. Ein wichtiges Baudenkmal ist auch die Poststation, das Salzhaus am Anfang der Burgstrass, in der heute eine Kunstgalerie untergebracht ist.

 

Zwei Kilometer von der Stadt entfernt in Richtung Kaposvár befindet sich der Türkisch-Ungarische Freundschaftspark, der 1994, zum 500. Geburtstag von Sultan Suleiman, eingeweiht wurde. Während der Belagerung stand hier das Zelt des Sultans, in dem er in der Nacht vom 5. auf den 6. September 1566 starb. Der Park wurde 1996 durch einen Trinkbrunnen und 1997 durch eine Miklós Zrínyi Statue erweitert, und so blicken die beiden Heerführer vier Jahrhunderte nach der Schlacht gemeinsam in Richtung Szigetvár. Der Park hat sich inzwischen zu einem regelrechten Wallfahrtsort für die türkischen Gastarbeiter entwickelt, die in den Ferien aus dem Ausland in Richtung Heimat fahren.

 

Die Zrínyi Tage

 

    Seit 1833 werden in Szigetvár die Gedenktage zur Erinnerung an die heldenhafte Verteidigung der Burg durch Miklós Zrínyi und seine Soldaten gefeiert. Die Gedenkfeierlichkeiten für Zrínyi und die Burgspiele gehören zu den traditionsreichsten Veranstaltungen in Ungarn und weisen in ihrer Bedeutung über den traditionellen Festivalrahmen hinaus. Szigetvár ist dank seiner internationalen Beziehungen zu einem wichtigen Trffpunkt der verschiedenen Kulturen geworden, an dem sich die Bürger der einzelnen Nationen im Zeichen von Versöhnung und Freundschaft näher kommen. Die Programme der Zrínyi Tage bleiben auch heute noch den langjährigen Traditionen treu und ziehen jährlich viele tausend Besucher aus allen Landesteilen Ungarns und dem Ausland an.